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25 Jahre bundesweiter Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen (AGH)

Die Website des AGH

Die Informations- und Kommunikationsplattform des Arbeitskreises Gesundheitsfördernde Hochschule (AGH) [www.gesundheitsfoerdernde-hochschulen.de] ist ein gutes Beispiel für die Arbeitsweise des Teilhaben- und Gestalten-Lassens sowie der Einbeziehung von Studierenden. Sie ging 2003 online und wurde 2013 der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin e. V. übereignet.

Ideengeber waren „eco-campus.net“ (Umweltschutz in der Hochschule) und „settings.de“ (Netzwerk der settingbezogenen Netzwerke). Entstanden ist die Internetpräsenz aus der Zusammenarbeit des Studiengangs Gesundheitsförderung und -management der Hochschule Magdeburg-Stendal mit dem AGH und dessen Koordinatorin. Die Bearbeitung der Internetpräsenz und die Erstellung von Internettexten passten gut in mein Lehrkonzept. Es war absehbar, dass das Internet im Berufsleben der Absolvent*innen eine herausragende Rolle spielen würde. Ziel war es, die Informationen zu den „Health Promoting Universities“ zusammenzuführen, die Arbeitskreistreffen und Veranstaltungen zu kommunizieren und über die Aktivitäten des AGH ein Archiv aufzubauen. Das Konzept der Internetpräsenz fokussierte dabei auf nur wenige Gliederungspunkte. Interessanterweise wurde auf Grund der transparenten Arbeitsweise des AGH ein (vorgesehenes) Intranet für die Mitglieder nie verwirklicht.

Finanzielle Mittel standen im Verhältnis zum Aufwand nur begrenzt zur Verfügung. Ab 2004 förderte die Techniker Krankenkasse (TK) dankenswerterweise in drei Projektzyklen bestimmte inhaltliche Ausarbeitungen.

Der AGH hat die Website als wichtige Kommunikationsplattform für die AGH-Treffen und zur Verbreitung von neuen Materialien gut genutzt. Zudem kann festgestellt werden, dass kein Setting-Netzwerk so ausführlich und kontinuierlich seine Aktivitäten dokumentiert hat wie der AGH.

Auch wenn die Gefahr besteht, dass nicht alle Beteiligten genannt sind und der Nachname sich geändert hat, möchte ich neben Dr. Ute Sonntag, Stephanie Schluck, Prof. Dr. Kerstin Baumgarten und Trygve Heinrichson folgenden Absolvent*innen des Studiengangs Gesundheitsförderung und -management nochmals herzlich danken. Ohne - Tina Broschat, Wiebke Dittmer, Katja Hanusch, Ingo Kleinke, Anne Möbus, Nancy Müller, Antje Rakow, Diana Siebert, Juliane Seidl (geb. Hesse), Theresia Strecker und Tobias Aurand als Gaststudent wäre diese umfangreiche Internetpräsenz nicht möglich gewesen.

Was haben die Studierenden dabei gelernt? Wie haben sie diese Zeit in Erinnerung? Ingo Kleinke, seit damals Mitglied im AGH, schildert es so: „Es war sehr spannend zu erleben, wie die Vernetzung und Kommunikation innerhalb des AGH funktionierte und wer wie mitwirkte. Wir Studierenden konnten unsere Ideen, auch bei der Umsetzung der Internetpräsenz des AGH, einbringen und uns neue Fertigkeiten, zum Beispiel zur Websiteerstellung und -strukturierung aneignen.“ Offensichtlich kamen die Texte zum Basiswissen so gut an, dass mit Unterstützung der TK 2008 ein erster Reader daraus erstellt wurde, der als Broschüre „Gesundheitsförderung an Hochschulen“ in 2020 in dritter, abgewandelter Auflage erscheinen wird.

In der Rückschau mag - im Vergleich zur Vielfalt der heutigen Sozialen Medien - die Entwicklung einer Internetpräsenz und die E-Mail-Kommunikation ein überschaubares Vorhaben gewesen sein. Ob allerdings die damals entwickelten, umfangreichen Inhalte unter heutigen Bedingungen noch Platz finden würden, darf bezweifelt werden. Zurzeit wird die Internetpräsenz überarbeitet und entsprechend einer Vielzahl weiterer Informationsgeber zum Thema verschlankt.

Prof. Dr. Thomas Hartmann, 17.06.2020

Der AGH veranstaltet Wettbewerb guter Praxis

Am 29. Juni 2011 fand in Magdeburg die Tagung "Der Vielfalt Ausdruck verleihen“ statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Beiträge zum "Wettbewerb guter Praxis: Gesunde Hochschulen" prämiert. Der Wettbewerb wurde vom Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Techniker Krankenkasse durchgeführt. Er sollte die Qualitätsdiskussion in die Hochschulen tragen sowie die Auseinandersetzung mit ganzheitlichen Maßnahmen, Projekten und Prozessen der Organisationsentwicklung auf dem Weg zu einer gesunden Hochschule fördern.

Die Wettbewerbsteilnehmer*innen mussten sich aufwendig bewerben und zur Ergebnisorientierung, Ganzheitlichkeit des Ansatzes, Unterstützung in der Hochschule, Innovation, Nachhaltigkeit der Maßnahmen, Übertragbarkeit sowie Stand der Realisierung ausführliche Angaben machen. Dies sollte zusätzlich auf einem Poster dargestellt werden. Von 19 Bewerbungen aus 16 Hochschulen in Deutschland wurden insgesamt neun Wettbewerbsbeiträge durch die hochkarätig besetzte Jury prämiert. Sie wurden am Vortag von der Jury den drei Kategorien unterschiedlicher Komplexitätsstufen guter Praxis zugeordnet. Innerhalb dieser drei Gruppen wurde eine Rangfolge gebildet und jeweils die drei ersten Plätze ausgezeichnet.

Den ersten Preis bekamen in der Kategorie Maßnahme das Verbundprojekt der Universitäten Paderborn, Potsdam, Wuppertal und der RWTH Aachen mit dem Beitrag "PausenExpress"; in der Kategorie Projekt die Universität Paderborn mit dem Beitrag "Gesund und erfolgreich in Paderborn studieren (GriPs)" und der Kategorie Prozesse der Organisationsentwicklung (die Alice Salomon Hochschule Berlin mit dem Beitrag "alice gesund - Gesundheitsfördernde Hochschule". Jede Kategorie wurde von den Jurymitgliedern gesondert gewürdigt. Der Ablauf des Wettbewerbs und die einstündige Preisverleihung, die in einer Bildergalerie und einem sechsminütigen Film dokumentiert wurde, ist unter “www.wettbewerb-guter-praxis.gesundheitsfoerderung.info“ abrufbar.

Die Durchführung des Wettbewerbs war eine große Herausforderung an die Organisatoren und die Jury. Es soll nicht verschwiegen werden, dass Mitglieder des AGH kein Verständnis für einen Wettbewerb hatten und sich zurückzogen. Wie den Bewerbungen zu entnehmen ist, hatte die sportwissenschaftliche Gesundheitsförderung offensichtlich weniger Berührungsängste.

Prof. Dr. Thomas Hartmann, 02.05.2020

Die erste Fachtagung des AGH

Am 8. und 9. Oktober 1998 fand an der Universität Hildesheim die erste Fachtagung des AGH statt. Der Titel der Tagung war Programm: „Gesundheitsfördernde Hochschule“. Und es gab gleich europaweite Unterstützung: das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation war sehr interessiert zu kommen, da die Tagung ihre Interessen traf: die WHO wollte im Rahmen des Gesunde-Städte-Projekts die gesundheitsfördernde Hochschule europaweit etablieren. Also kam Dr. Agis Tsouros und verbreitete einen Standpunkt, auf den wir uns in der Folge oft berufen haben: die WHO fordert als eine Bedingung, entsprechende Koordinierungsstellen innerhalb der Hochschulen einzurichten. So hat diese Tagung eine Entwicklung ins Rollen gebracht, die noch immer anhält: Strukturbildung zur gesundheitsfördernden Hochschule.

Des Weiteren wurden Modelle guter Praxis aus den Niederlanden und aus Großbritannien vorgestellt. Mark Dooris, Koordinator der Universität Central Lancashire, einer der weltweit ersten gesundheitsfördernden Hochschulen, gab uns die Ehre. Die Verbindungen zu ihm sind seitdem nie abgerissen. Der geschlechtsspezifische Blick wurde von Prof. Dr. Carol Hagemann-White, Universität Osnabrück, und die Anschlussmöglichkeiten an die Agenda 21 wurde von Prof. Dr. Wolfgang Ruck diskutiert.

Auf Grundlage dieser Tagung entstand das erste Buch zur gesundheitsfördernden Hochschule: Sonntag, Ute; Gräser, Silke; Stock, Christiane; Krämer, Alexander (Hrsg.) (2000): Gesundheitsfördernde Hochschulen. Konzepte, Strategien und Praxisbeispiele, Juventa Verlag, Weinheim und München

Auch das Logo des AGH wurde international. Die Hochschule Magdebrug-Stendal setzte s in englisch neu auf:


Die Gründung und das Logo
Welche Bedingungen haben zur Gründung des Arbeitskreises Gesundheitsfördernde Hochschulen geführt?

  • Mit dem Forschungsverbund Gesundheitswissenschaften Niedersachsen gab es eine Struktur, auf die aufgebaut werden konnte;
  • Es gab eine Trägerorganisation, die ihre Arbeitsweise gerade modernisieren wollte und sich Settingarbeit und Vernetzung als eine in der Ottawa-Charta propagierte Strategie zu eigen machte;
  • Eine neue Mitarbeiterin, die aus einer Hochschule dieses Forschungsverbundes kam, begann in der Trägerorganisation und war dort unter anderem für Vernetzung zuständig;
  • Ein sehr hohes Interesse weiterer Hochschulen mitzumachen, wurde deutlich.

Die Hochschulen des Forschungsverbundes Gesundheitswissenschaften Niedersachsen (FGN) (Universität Oldenburg, Universität Osnabrück, Fachhochschule Lüneburg, Fachhochschule Hildesheim) gründeten 1995 den AGH. Sehr schnell kamen weitere Hochschulen dazu wie die Universität Lüneburg, die Universität Hildesheim, die Universität Bielefeld, die Fachhochschule Magdeburg und die Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel.
Ursula Kreye-Wagner vom Zentrum für Fernstudium und Weiterbildung der Universität Hildesheim hatte so Recht, dass der AGH ein Logo bräuchte. Und siehe da, unter ihrer Regie entstand das Logo, das noch heute für den AGH steht. Vielen Dank dafür!

 

Anfangsjahre

Wie konnte der AGH die Gesundheitsförderung in Hochschulen einbringen?
1995 und in den Folgejahren gab es in den Hochschulen noch kein betriebliches Gesundheitsmanagement, in das sich die Gesundheitsförderung hätte einordnen können. Der Stellenwert und die Inhalte der Gesundheitsförderung mussten im ersten Schritt in den heterogenen Universitäten und Fachhochschulen intern gestärkt werden. Um dies umsetzen zu können, ersann der AGH folgende Strategie:

Es wurden reihum in den Mitgliedshochschulen in Niedersachsen wissenschaftliche Veranstaltungen durchgeführt, in denen jeweils die Vertreter*innen der anderen Hochschulen mit Vorträgen zu gesundheitsförderlichen Aspekten im Setting Hochschule auftraten – kostenfrei und kooperativ. So war es ein Geben und Nehmen und alle haben davon profitieren können. Zu den Veranstaltungen wurden die jeweilige Hausspitze der Hochschule und Kolleg*innen eingeladen, um die Basis für Gesundheitsförderung im Kollegium zu verbreitern und die Hausspitze zu überzeugen. Grundzüge dieser Vorgehensweise werden in der AGH-Arbeit noch heute beibehalten.

Von der Zusammensetzung her waren in der Anfangszeit deshalb vor allem das wissenschaftliche Personal (Professor*innen und wissenschaftliche Mitarbeiter*innen) im AGH vertreten, die überwiegend aus dem akademischen Umfeld der fünf Forschungsverbünde Pubic Health (1992-2001) stammten. Dies sollte sich später ändern.


Aufruf zur Einsendung eigener Texte

Anlässlich des Jubiläumsjahres des AGH werden in loser Reihenfolge die Etappen der Arbeitskreisarbeit dargestellt. Wir freuen uns über weitere kurze Beiträge zu Impressionen und Geschichten von eigenen Erlebnissen mit dem AGH und/ oder der Auseinandersetzung mit gesundheitsfördernden Hochschulen bzw. denen, die es noch werden woll(t)en.
Beiträge bitte an: ute.sonntag@gesundheit-nds.de schicken.