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25 Jahre bundesweiter Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen (AGH)

Die erste Fachtagung des AGH

Am 8. und 9. Oktober 1998 fand an der Universität Hildesheim die erste Fachtagung des AGH statt. Der Titel der Tagung war Programm: „Gesundheitsfördernde Hochschule“. Und es gab gleich europaweite Unterstützung: das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation war sehr interessiert zu kommen, da die Tagung ihre Interessen traf: die WHO wollte im Rahmen des Gesunde-Städte-Projekts die gesundheitsfördernde Hochschule europaweit etablieren. Also kam Dr. Agis Tsouros und verbreitete einen Standpunkt, auf den wir uns in der Folge oft berufen haben: die WHO fordert als eine Bedingung, entsprechende Koordinierungsstellen innerhalb der Hochschulen einzurichten. So hat diese Tagung eine Entwicklung ins Rollen gebracht, die noch immer anhält: Strukturbildung zur gesundheitsfördernden Hochschule.

Des Weiteren wurden Modelle guter Praxis aus den Niederlanden und aus Großbritannien vorgestellt. Mark Dooris, Koordinator der Universität Central Lancashire, einer der weltweit ersten gesundheitsfördernden Hochschulen, gab uns die Ehre. Die Verbindungen zu ihm sind seitdem nie abgerissen. Der geschlechtsspezifische Blick wurde von Prof. Dr. Carol Hagemann-White, Universität Osnabrück, und die Anschlussmöglichkeiten an die Agenda 21 wurde von Prof. Dr. Wolfgang Ruck diskutiert.

Auf Grundlage dieser Tagung entstand das erste Buch zur gesundheitsfördernden Hochschule: Sonntag, Ute; Gräser, Silke; Stock, Christiane; Krämer, Alexander (Hrsg.) (2000): Gesundheitsfördernde Hochschulen. Konzepte, Strategien und Praxisbeispiele, Juventa Verlag, Weinheim und München

Auch das Logo des AGH wurde international. Die Hochschule Magdebrug-Stendal setzte s in englisch neu auf:


Die Gründung und das Logo
Welche Bedingungen haben zur Gründung des Arbeitskreises Gesundheitsfördernde Hochschulen geführt?

  • Mit dem Forschungsverbund Gesundheitswissenschaften Niedersachsen gab es eine Struktur, auf die aufgebaut werden konnte;
  • Es gab eine Trägerorganisation, die ihre Arbeitsweise gerade modernisieren wollte und sich Settingarbeit und Vernetzung als eine in der Ottawa-Charta propagierte Strategie zu eigen machte;
  • Eine neue Mitarbeiterin, die aus einer Hochschule dieses Forschungsverbundes kam, begann in der Trägerorganisation und war dort unter anderem für Vernetzung zuständig;
  • Ein sehr hohes Interesse weiterer Hochschulen mitzumachen, wurde deutlich.

Die Hochschulen des Forschungsverbundes Gesundheitswissenschaften Niedersachsen (FGN) (Universität Oldenburg, Universität Osnabrück, Fachhochschule Lüneburg, Fachhochschule Hildesheim) gründeten 1995 den AGH. Sehr schnell kamen weitere Hochschulen dazu wie die Universität Lüneburg, die Universität Hildesheim, die Universität Bielefeld, die Fachhochschule Magdeburg und die Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel.
Ursula Kreye-Wagner vom Zentrum für Fernstudium und Weiterbildung der Universität Hildesheim hatte so Recht, dass der AGH ein Logo bräuchte. Und siehe da, unter ihrer Regie entstand das Logo, das noch heute für den AGH steht. Vielen Dank dafür!

 

Anfangsjahre

Wie konnte der AGH die Gesundheitsförderung in Hochschulen einbringen?
1995 und in den Folgejahren gab es in den Hochschulen noch kein betriebliches Gesundheitsmanagement, in das sich die Gesundheitsförderung hätte einordnen können. Der Stellenwert und die Inhalte der Gesundheitsförderung mussten im ersten Schritt in den heterogenen Universitäten und Fachhochschulen intern gestärkt werden. Um dies umsetzen zu können, ersann der AGH folgende Strategie:

Es wurden reihum in den Mitgliedshochschulen in Niedersachsen wissenschaftliche Veranstaltungen durchgeführt, in denen jeweils die Vertreter*innen der anderen Hochschulen mit Vorträgen zu gesundheitsförderlichen Aspekten im Setting Hochschule auftraten – kostenfrei und kooperativ. So war es ein Geben und Nehmen und alle haben davon profitieren können. Zu den Veranstaltungen wurden die jeweilige Hausspitze der Hochschule und Kolleg*innen eingeladen, um die Basis für Gesundheitsförderung im Kollegium zu verbreitern und die Hausspitze zu überzeugen. Grundzüge dieser Vorgehensweise werden in der AGH-Arbeit noch heute beibehalten.

Von der Zusammensetzung her waren in der Anfangszeit deshalb vor allem das wissenschaftliche Personal (Professor*innen und wissenschaftliche Mitarbeiter*innen) im AGH vertreten, die überwiegend aus dem akademischen Umfeld der fünf Forschungsverbünde Pubic Health (1992-2001) stammten. Dies sollte sich später ändern.


Aufruf zur Einsendung eigener Texte

Anlässlich des Jubiläumsjahres des AGH werden in loser Reihenfolge die Etappen der Arbeitskreisarbeit dargestellt. Wir freuen uns über weitere kurze Beiträge zu Impressionen und Geschichten von eigenen Erlebnissen mit dem AGH und/ oder der Auseinandersetzung mit gesundheitsfördernden Hochschulen bzw. denen, die es noch werden woll(t)en.
Beiträge bitte an: ute.sonntag@gesundheit-nds.de schicken.